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Erste Gespräche zur Pfarreifusion der Pfarreiengemeinschaften Simmern und Rheinböllen geführt

Aus Sechs soll Eins werden

Rheinböllen   Bis spätestens zum 01.01.2026 sollen die bisher 863 Pfarreien im Bistum Trier vorzugsweise in den bestehenden 172 Pfarreiengemeinschaften zu Pfarreien fusionieren. Doch sind diese Pfarreiengemeinschaften nicht gleich groß, in einigen von Ihnen arbeiten über 10 Pfarreien zusammen. Die bisherigen Pfarreiengemeinschaften Simmern (Pfarreien Simmern, Ravengiersburg und Biebern) und Rheinböllen (Pfarreien Rheinböllen, Rayerschied und Schnorbach) gehören jedoch zu den kleinsten im Bistum. Grund für die Verantwortlichen aus Simmern und Rheinböllen zu überprüfen ob es nicht besser wäre, direkt einen Zusammenschluss beider Pfarreiengemeinschaften anzugehen, um damit für die Zukunft besser aufgestellt zu sein.

So wurden in den vergangenen Monaten intensive Gespräche über die geplante Pfarreienreform des Bistums Trier in den Gremien beider Pfarreiengemeinschaften geführt. Einig sind sich die Verantwortlichen, dass es schon bisher einen guten, fairen und  freundlichen Umgang innerhalb der Mitglieder der Räte untereinander gab und auch schon vieles gemeinsam angegangen wurde: „Vieles wäre auch jetzt schon nicht möglich gewesen, wie zum Beispiel die Messdienerausflüge oder der Dreikönigskaffee, wenn jede Pfarrei für sich gearbeitet hätte. In den Augen vieler Menschen sind wir schon längst zu einer Pfarrei zusammengewachsen“, so der Pfarreienratsvorsitzende der Pfarreiengemeinschaft Rheinböllen Markus Koch. Befürchtet wird jedoch, wenn man nur innerhalb der Pfarreiengemeinschaft fusionieren würde, dass man zum Beispiel bei künftigen Besetzungen von Hauptamtlichen in der Pastoral, lange Vakanzen überbrücken müsste: „Schon jetzt sind über 40 Pfarreiengemeinschaften im Bistum nicht mit einem Pfarrer besetzt. Den Effekt des Priestermangels, den wir auch in anderen Berufsgruppen wie der der Gemeindereferent*innen feststellen können, wird sich in Zukunft noch verstärken“, so der Pfarrer der Pfarreiengemeinschaft Simmern Lutz Schultz. Aber auch andere Probleme wie die immer schwächer werdende Glaubens- und Kirchenbindung der Menschen oder auch die steigende Anzahl von Kirchenaustritten bereiten den Verantwortlichen Kopfzerbrechen: „Schon jetzt kommen wir an unsere Grenzen um auch unsere Räte zu besetzen. Bei der diesjährigen Wahl stellten sich in einigen Pfarreien gerade einmal so viel Kandidatinnen und Kandidaten zur Verfügung wie auch Plätze zu besetzen war. In der Pfarrei Schnorbach fiel sogar die Wahl zum Kirchengemeinderat aus“, so Pfarrer Thomas Schneider. Dies führte zu den Überlegungen direkt eine größere Fusion analog zur Verbandsgemeinde Simmern-Rheinböllen anzudenken und damit für die Zukunft gut gerüstet zu sein: „Die Strukturdebatten in den vergangenen Jahren über die Bildung von Großpfarreien haben dazu geführt, dass die Herausforderungen für die Zukunft nicht angegangen und so notwendige Aufbrüche überhaupt nicht entstehen konnten. Jetzt den Fehler zu machen zunächst nur die bestehenden Pfarreiengemeinschaften zu fusionieren würde dazu führen, dass man schon in wenigen Jahren wieder vor einer weiteren Fusion stehen würde und damit dass wir uns wieder nur intensiv mit uns selbst beschäftigen würden“, so der Pfarreienratsvorsitzende der Pfarreiengemeinschaft Simmern Eberhard Noll.

Schon im September haben erste Gespräche miteinander mit den Seelsorgeteams und den Ratsvorsitzenden beider Pfarreiengemeinschaften stattgefunden. Und auch die beiden Pfarreienräte haben sich schon zu einer gemeinsamen Sitzung getroffen. Hier wurde auch deutlich, dass es schon längst eine intensive Zusammenarbeit zwischen beiden Pfarreiengemeinschaften gibt. So wird die jährliche Kinderfreizeit von Simmernern und Rheinböllnern organisiert, in der Musikband Inspiration sind Pfarrangehörige beider Orte vertreten. Auch das Abendlob in der Pfarrei Rayerschied wird vom Singkreis Simmern musikalisch unterstützt. Verbindungen, die auch Bruder Johannes Krüger vom Pfarreienrat Rheinböllen bei seinen Angeboten bemerkt: „Bei der Kreuzwegwanderung und auch beim diesjährigen Gemeindeausflug nach Burgund, nahmen Pfarrangehörige aus Simmern teil“ Und auch die sonntäglichen Gottesdienste werden von Gläubigen der jeweils anderen Pfarreiengemeinschaft besucht.

In der gemeinsamen Sitzung wurden schon viele Ideen angesprochen. Man könnte unterschiedliche Schwerpunkte an verschiedenen Orten setzen zum Beispiel in der Familienpastoral um damit auch Menschen, die nicht zur Kerngemeinde gehören zu erreichen. In einem größeren Verbund können in vielen Teilbereichen Menschen, je nach Interesse und Begabungen, zusammenarbeiten und damit Synergieeffekte erzielt werden, wozu eine kleine Pfarreiengemeinschaft nicht in der Lage ist. Daher soll an einer Profilierung der einzelnen Orte gearbeitet werden.

Natürlich kam auch die Sorge um den Erhalt der Dorfkirchen zum Ausdruck: „Ich kann Nachts nicht mehr schlafen, weil ich nicht weiß, wie ich den Erhalt der Kirchen in Rayerschied und Pleizenhausen finanzieren soll“, so der Verwaltungsratsvorsitzende der Pfarrei Rayerschied Heinz Haunert. Hierüber waren sich die Teilnehmer einig, dass das Problem der immer weniger werdenden finanziellen Mittel und des Kostendruckes nicht durch Pfarrfusionen entsteht, aber in Zusammenarbeit mit anderen zum Beispiel durch Fundraisingprojekte besser angegangen werden könnte.

Bei dieser Sitzung wurde auch die weitere Vorgehensweise festgelegt. So treffen sich die Mitglieder beider Kirchengemeindeverbände im November um die Fragen von Verwaltung und Finanzen gemeinsam anzugehen. Bis spätestens Januar 2022 sollen die neugewählten Räte sich konstituieren. Im Februar ist ein gemeinsames Studienwochenende der Räte geplant, wo viele Detailfragen angegangen werden sollen aber auch mit dem Ziel, dass sich die Ratsmitglieder besser kennenlernen. In den Monaten Februar bis April sollen dann Gemeindeversammlungen vor Ort durchgeführt werden: „Wir wollen die Menschen mitnehmen und auch ihre Ängste und Sorgen in unsere Überlegungen mit einbeziehen“, so Pfarrer Lutz Schultz. Im Mai 2022, die Zustimmung aller Räte vorausgesetzt, soll das Anhörungsverfahrung beim Bistum starten, so dass die gemeinsame Pfarrei zum 1. Januar 2023 gebildet werden könnte. „Uns ist bewusst, dass wir ein strammes Programm im nächsten Jahr vor uns haben, aber wir können die Herausforderungen von Gegenwart und Zukunft nur dann erfolgreich angehen, wenn wir die Strukturfragen zügig gelöst haben“, betont der Pfarreienratsvorsitzende der Pfarreiengemeinschaft Rheinböllen Markus Koch.

Mehr zu den Fusionsvorbereitungen erfahren Sie auch unter den beiden Internetseiten der Pfarreiengemeinschaften.

Pfarreiengemeinschaft Simmern:     www.pg-simmern.de

Pfarreiengemeinschaft Rheinböllen  www.pfarreiengemeinschaft-rheinboellen.de