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Schutzpatronin der Pfarrei Simmern-Rheinböllen

Lydia von Philippi

In einem Wahlgottesdienst am 31.08.2022 haben die Räte der Pfarreiengemeinschaft Simmern und Rheinböllen die Heilige Lydia zur Patronin der neu entstehenden Pfarrei Simmern-Rheinböllen gewählt.

Auf dieser Seite wollen wir sie Ihnen näherbringen!

Wer war die Heilige Lydia?

Lydia wer?

Ausgerechnet in Europa ist die erste auf diesem Kontinent getaufte Person kaum bekannt. Obwohl ihr in der Bibel nur wenige Verse gewidmet sind, nimmt Lydia als Frau in der Geschichte des Christentums eine besondere Rolle ein. Nach Maria, der Mutter Jesu Christi, gehört Lydia zu den bedeutendsten Frauen des Neuen Testaments. Sie ließ sich nicht nur von den Missionaren Silas und Paulus taufen, sondern war auch der erste Mensch in Europa, der christlich getauft wurde.

Der erste Christ in Europa war also weiblich.

Die Apostelgeschichte (vgl. Apg 16,14f) beschreibt Lydia als eine nicht-jüdische, aber gottesfürchtige Frau aus Thyatira (heutige Türkei). Sie hat keinen Ehemann und handelt selbstständig mit dem damals so begehrten wie teuren Purpurstoff. Als Paulus auf seiner Missionsreise nach Philippi (heutiges Griechenland) kommt, hört Lydia ihm aufmerksam zu und lässt sich schließlich mit ihren Angehörigen taufen.

Anschließend besteht sie darauf, Paulus und seinen Begleiter Silas in ihrem Haus zu beherbergen. Dass Lydia frei über ein eigenes Haus verfügen kann, spricht für eine bemerkenswert unabhängige und wohlhabende Frau. Ihr Haus wurde zum Versammlungsort der christgläubigen Philipper (vgl. Apg 16,40).

Lydia erscheint nicht nur aufgrund ihres tiefen Glaubens als starke Frau, sie setzte sich für die urchristliche Gemeinde bereitwillig ein, nahm sie bei sich auf und unterstützte auf diese Weise auch die Missionsarbeit des Paulus.

In der Ostkirche genießt Lydia große Verehrung und wird als "apostelgleich" bezeichnet. An dem überlieferten Ort ihrer Taufe steht eine bis heute genutzte Taufstelle.

 

Ihr Gedenktag ist der 3.August

Biblisches Zeugnis

Apostelgeschichte 16,11-15

11 So brachen wir von Troas auf und fuhren auf dem kürzesten Weg nach Samothrake und am folgenden Tag nach Neapolis.  

12 Von dort gingen wir nach Philippi, eine führende Stadt des Bezirks von Mazedonien, eine Kolonie. In dieser Stadt hielten wir uns einige Tage auf.

 13 Am Sabbat gingen wir durch das Stadttor hinaus an den Fluss, wo wir eine Gebetsstätte vermuteten. Wir setzten uns und sprachen zu den Frauen, die sich eingefunden hatten.

14 Eine Frau namens Lydia, eine Purpurhändlerin aus der Stadt Thyatira, hörte zu; sie war eine Gottesfürchtige und der Herr öffnete ihr das Herz, sodass sie den Worten des Paulus aufmerksam lauschte.  

15 Als sie und alle, die zu ihrem Haus gehörten, getauft waren, bat sie: Wenn ihr wirklich meint, dass ich zum Glauben an den Herrn gefunden habe, kommt in mein Haus und bleibt da. Und sie drängte uns, mit ihr zu kommen. 

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Lydia hat völlig selbstverständlich in der frühen Kirche eine Gemeinde geleitet. Wir lesen zum Beispiel auch in der Apostelgeschichte, dass Paulus im Gefängnis war, weil sie eine Frau von ihrer Besessenheit heilten, sehr zum Ärger ihres Besitzers, der Geld mit ihr verdiente. Auf wundersame Weise wurden Paulus und Silas aus dem Gefängnis befreit. Und wo geht er nach seiner Entlassung hin? Zu Lydia und zu den Brüdern und Schwestern, die bei ihr im Haus versammelt sind.

Apostelgeschichte 16,40

40 Vorher gingen Paulus und Silas noch einmal zu Lydia. Sie trafen dort die Brüder und machten ihnen Mut. Danach reisten sie weiter.

Verehrung

Lydia wird in den orthodoxen und der römisch-katholischen Kirche als Heilige verehrt, und sie gilt als Schutzpatronin der Färber.

Auch in evangelischen Kirchen gilt sie als denkwürdige Glaubenszeugin. So ist ihr Gedenktag in der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Amerika der 27. Januar und in der Lutherischen Kirche – Missouri-Synode der 25. Oktober. Auch in Deutschland sind mehrere evangelische Gemeinden nach ihr benannt, beispielsweise in Berlin, Dortmund, Bielefeld, Bünde und Frankfurt am Main.

Die Frauengemeinschaft kfd hat als Symbol für ihre Forderung nach einer geschlechter-gerechten Kirche ein purpurfarbenes Kreuz in Erinnerung an die Purpurhändlerin aus Philippi. Purpur ist eine teure Farbe. Es ist die Farbe der Würdenträger in der Kirche. Die kfd hat die Purpurhändlerin Lydia zur Schirmfrau für ihre Forderung gemacht, dass in der Kirche Frauen und Männer, alle Getauften die gleiche Würde haben. 

Wir werden als einzige katholische Pfarrei im Bistum die Heilige Lydia als Schutzpatronin haben und sehr wahrscheinlich auch in Deutschland.

Warum bekommt die fusionierte Pfarrei ein neues Patrozinium?

Die bestehenden Kirchen behalten natürlich ihren Namen. Um aber mehr zu verdeutlichen, dass etwas Neues entsteht und auch dass andere Kirchen jetzt nicht nur einfach Filialen sind, bekommt die fusionierte Pfarrei zusätzlich einen neuen Pfarrpatron bzw. Pfarrpatronin.

In einem Wahlgottesdienst am 31.08.2022 in der Pfarrkirche in Rayerschied haben die beiden Pfarreienräte die Heilige Lydia von Philippi als Pfarrpatronin der fusionierten Pfarrei Simmern-Rheinböllen gewählt.