• Blühende Blumen stehen für einen Neuanfang

    Abendlob geht auch in der Corona-Pandemie weiter

    Benzweiler -   Die Kirche schön mit Tüchern dekoriert, ein Kreuz in der Mitte und viele Kerzen brennen, dazu eine Untermalung mit eingängigen, einfachen Melodien aus Taizé – so kennt man das über die Pfarrgrenzen bekannte Abendlob in der Kirche in Rayerschied. Doch zurzeit kann es, wegen der Corona-Pandemie nicht an diesem Ort stattfinden, da die Gläubigenanzahl begrenzt ist und der Singkreis Simmern auch nicht singen darf. Jedoch ist es für die Verantwortlichen um Pastor Thomas Schneider aus Rheinböllen kein Grund diese etwas anders als gewohnte Gottesdienstform nicht anzubieten und so verlegte man das Abendlob kurzerhand auf den Sportplatz in Benzweiler.

    Passend zum Thema „Blumen blühen – Neuanfang“ inmitten blühender Rapsfelder fand so diese Gebetsform im Freien statt und auch Petrus hatte ein Einsehen und verschonte die Gottesdienstbesucher mit Regen. Und so konnte, wenn auch bei kühlen Temperaturen das Abendlob stattfinden: „Viele, die mit dieser Gebetsform verbunden sind, haben uns wissen lassen, dass sie es schade finden, dass das Abendlob ausgesetzt ist. Indem wir es im Freien feiern, wollen wir auch ein Zeichen setzen, dass es trotzdem weitergeht“, erläutert Andrea Sehn-Henn die Beweggründe diesen besonderen Gottesdienst, diesmal an einem ungewohnten Ort anzubieten. Und auch der Singkreis Simmern unter der Leitung von Andrea Jansen, wenn auch in kleinerer Besetzung gestaltete das Abendlob musikalisch, so dass die Gläubigen auf die einfachen und eingängigen Melodien aus Taizé nicht verzichten mussten.

    Thematisch ging es in diesem Gottesdienst um das Thema Blumen. Viele Blumen wachsen im Garten und Gärten spielen auch in der Bibel eine große Rolle, denkt man an den Garten Eden oder den Garten Getsemani. Und für viele Menschen gehören Blumen einfach zum Garten, sie freuen sich wenn sie blühen und selbst wenn man keinen Garten hat, stellt man Blumen auf die Fensterbank. Die Gottesdienstbesucher hatten hierzu auch die Gelegenheit ihre eigenen Gedanken zum Gottesdienst auf Papierblumen aufzuschreiben und diese dann zusammengefaltet in ein Planschbecken, gefüllt mit Wasser zu legen. Gebannt warteten die Teilnehmer darauf, was passieren würde und wie durch ein Wunder entfalteten sich die Papierblumen. So konnten die Gläubigen eindrucksvoll erleben, dass es eine Kraftquelle braucht, um Blumen zum Blühen zu bringen. In diesem Beispiel war es das Wasser, in der Natur brauchen die Blumen Sonne und Regen, und auch die Menschen brauchen Wärme und Nächstenliebe um nicht in der Kälte und Gefühlslosigkeit der Welt zu verdorren. Und diese Kraftquelle ist die Liebe Gottes, die die Menschen aufblühen lässt. So stehen die Blumen,die blühen, als Symbol für diese Liebe, denn sie bringen Farbe in das Leben der Menschen.

    Andrea Sehn-Henn, Manuela Müler-Mantey und Ulrike Nerkamp stellten im Gottesdienst verschiedene Blumen vor, so dass die Teilnehmer auch sehr viel wissenswerte erfahren konnten. So ist die Pfingstrose ohne Dornen und steht sinngemäß dafür, dass Gott uns das Leid wegnimmt. Aber auch die Mohnblume und die Zinnie wurden im Gottesdienst vorgestellt und die Teilnehmer konnten auch Blumensamen der Zinnie mit nach Hause nehmen. Ulrich Hübel aus Pleizenhausen trug einen Text aus der Bibel vor.

    Im Gottesdienst wurde auch eine Kollekte eingesammelt. Diese soll für die dringend notwendige Sanierung der Orgel in Rayerschied verwendet werden: „Wir wollen die Orgel wieder zum Blühen bringen“, motivierte Ulrike Nerkamp die Besucher zum Spenden.

    Gottesdienstbesucher und Veranstalter zogen im Anschluss des Gottesdienstes ein positives Fazit: „Viele Gottesdienstbesucher haben uns mitgeteilt, dass es schön war, dass es trotz Corona auch mit diesem Gottesdienstangebot weitergeht. Gottesdienste im Freien zeigen, dass Kirche auch zu den Menschen geht und ich denke, dass wir auch in Zukunft nach Corona, den einen oder anderen Gottesdienst im Freien und auch an ganz ungewohnten Orten feiern können“, so Pastor Schneider im Anschluss an diesem Abendlob.

    • Nähere Informationen zum Abendlob erhalten Sie bei Andrea Sehn-Henn unter 06766/82 58, sowie auf der Homepage der Pfarreiengemeinschaft Rheinböllen: www.pfarreiengemeinschaft-rheinboellen.de
    • Für die Sanierung der Orgel in Rayerschied sind weitere Spenden gerne willkommen. Hierzu kann auch überwiesen werden auf das Konto DE85 5605 1790 0010 0897 61 bei der Kreissparkasse Rhein-Hunsrück.
  • Kirche der Zukunft braucht viele Unterstützer

    Zweites Abendlob mit Elementen aus Taizé fand in Rayerschied statt

    Rayerschied:  Bis 2060 wird sich die Anzahl der Gläubigen der beiden großen Konfessionen nahezu halbiert haben. Im Gemeinwohlatlas der Bundesrepublik rangiert die katholische Kirche nur auf Platz 119 und damit auf den hinteren Rängen. Spätestens 2022 verringert das Bistum Trier die Anzahl der Pfarreien von fast 900 auf 35 Großpfarreien. Viele Kritiker befürchten daher das Aus vieler Dorfkirchen.

    Die Verantwortlichen der Pfarreiengemeinschaft Rheinböllen wollen sich trotz der vielen schlechten Nachrichten den Herausforderungen der Zukunft stellen, so beispielsweise durch das Abendlob mit Elementen aus der Gemeinschaft von Taizé, die letzten Samstag in Rayerschied stattfand. Die Form des Taizégebetes geht auf die ökumenische Brüdergemeinschaft des gleichnamigen französischen Ortes zurück, die im Jahreslauf zahlreiche Gläubige insbesondere Jugendliche anzieht. Während einer Woche durchleben die Pilger mit den Brüdern gemeinsam den Osterzyklus, das heißt an einem Freitag, dem Todestag des gekreuzigten Jesus Christus steht die Kreuzverehrung im Mittelpunkt, am Samstagabend findet immer eine Lichtfeier statt, zur Erinnerung an den auferstandenen Jesus Christus. Von der Form ist es ein Ostergebet, das bekannt ist durch die sehr einfachen aber eingängigen Liedern, die in verschiedenen Sprachen Mantra artig immer wiederholt werden und damit zur Besinnung anregen. Schriftlesungen, Fürbitten und eine Zeit der Stille gehören ebenfalls zu dieser Gebetsform. Zum zweiten Mal fand diese Gebetsform in der Pfarrkirche St. Johannes Nepomuk Rayerschied statt: „Eine Forderung der Bistumssynode ist es, dass nicht überall das gleiche Angebot für Gläubige, wie auch Suchende stattfindet. Wir werden daher das Taizegebet schwerpunktmäßig in Rayerschied anbieten und erhoffen uns auch den Zuspruch von Menschen außerhalb der Kerngemeinde“, so Pfarrer Thomas Schneider.  

    Ein wichtiger Bestandteil des Taizégebetes ist die entsprechende Dekoration. So wurde die Kirche mit der traditionellen Taizédekoration von orangen, roten und blauen Tüchern und vielen kleinen Kerzen geschmückt Orange und Rot stehen für die Feuerzungen an Pfingsten, Blau ist die Farbe des Himmels. Dies wurde kombiniert mit dem Franziskuskreuz, einer Ikone, die im Zentrum der Verehrung in Taizé steht: „Um eine solche Veranstaltung durchzuführen brauchen wir viele Menschen mit den unterschiedlichsten Begabungen, angefangen für die Werbung für das Gebet, bis hin zur Dekoration der Kirche und natürlich auch viele gute Singstimmen. Die Synode von Trier spricht hier von Charismen der einzelnen Menschen“, so Bruder Johannes Maria vom Vorbereitungsteam.

    Ein weiteres Element wie sich die Bistumssynode Kirche der Zukunft vorstellt sind netzwerkartige Kooperationsformen. So ist beim Taizégebet nicht die Pfarrei Rayerschied alleiniger Veranstalter sondern wird durch viele Menschen von anderen Orten unterstützt, wie Marita Klein aus Rheinböllen oder der musikalischen Mitwirkung des Singkreis Simmern unter der Leitung von Andrea Jansen, Von der Kirchengemeinde Rayerschied wirkten Andrea Sehn-Henn, Ulrich Hübel und Ulrike Nerkamp mit.

    Ulrike Nerkamp hat auch den Kontakt zur örtlichen Feuerwehr hergestellt, die im Anschluss die Gottesdienstbesucher mit Bratwürsten vom Grill kulinarisch verwöhnten: „Kirche in der Zukunft soll öfters auch Gesprächs- und Begegnungsmöglichkeiten organisieren und ich bin dankbar das die Feuerwehrkameraden aus Rayerschied spontan ihre Unterstützung zugesagt haben.“ Volker Gregorius von der Feuerwehr Rayerschied regte an, dass solche Gottesdienste in Rayerschied nicht gleichzeitig mit Gottesdiensten in der evangelischen Kirchengemeinde im Nachbarort Pleizenhausen stattfinden sollten, sondern vielleicht auch gemeinsam. Ulrike Nehrkamp versprach: „ Ich werde darüber mit meiner Nachbarin reden, die Mitglied im Presbyterium der Kirchengemeinde Soonblick ist, reden.

    Eine Besucherin war trotzdem bei beiden Gottesdiensten. Edda Dreher besuchte zunächst den Gottesdienst in Pleizenhausen und fuhr dann nach Rayerschied. Erfahren hatte sie von der Veranstaltung, da ihr Sohn Frank auch Helfer der Feuerwehr beim Catering war. Auch sie war begeistert von dem Taizégebet: „Die Kirche war schön geschmückt, das hat mir sehr gut gefallen.“

    Das sieht doch nach einer verstärkten Zusammenarbeit von evangelischer und katholischer Kirchengemeinde aus, denn sie ist die Mutter der Presbyterin, die auch Nachbarin von Ulrike Nerkamp ist.

    Nähere Informationen erhalten Sie bei Andrea Sehn-Henn unter 06766/82 58, sowie auf der Homepage der Pfarreiengemeinschaft Rheinböllen: www.pfarreiengemeinschaft-rheinboellen.de