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ökumenische Zusammenarbeit

Ich ermahne euch aber, Brüder, im Namen Jesu Christi, unseres Herrn: Seid alle einmütig und duldet keine Spaltungen unter euch. – 1. Korinther 1,10

 

Es ist paradox. Die christlichen Kirchen teilen einen gemeinsamen Glauben und gehen doch getrennte Wege. Die Geschichte des Christentums steht von Anfang an unter den Vorzeichen der Trennung und der Bemühung um die Einheit im Sinn der Jesus-Botschaft: "Alle sollen eins sein." (Joh 17,21)

Ökumene bedeutet, die Trennung wahrzunehmen, aber nicht in ihr zu verharren. Sie betrachtet Unterschiede nicht als Hindernisse, sondern versteht sie als Aufforderung, voneinander zu lernen und den eigenen Horizont zu erweitern. Es geht darum, mit dem ganzen Reichtum der verschiedenen Traditionen gemeinsam für diese Welt einzutreten: das eine Zuhause aller. Ökumene bemüht sich nicht zuletzt darum, dafür eine Stimme und eine Sprache zu finden, die ansprechend ist und gehört wird.

Die Pfarreiengemeinschaft Rheinböllen engagiert sich daher in der Ökumene "vor Ort" insbesondere in der Zusammenarbeit mit der

Ökumene bezeichnet eine tatkräftige Suchbewegung. Sie wird von der Hoffnung angetrieben, von einem Blick über das allzu Offensichtliche hinaus. Sie verlangt uns keine Anstrengung zu scheuen, um sich gemeinsam den Aufgaben der Nachfolge Christi heute zu stellen, auch wenn dabei die Vorläufigkeiten des Unterwegsseins sichtbar werden.

ACK Simmern

  • Gemeinsame Sitzung der Räte und Presbyterien der Region Rheinböllen stattgefunden

    Ellern        Im Jahr 2021 sind insgesamt 639.000 Mitglieder aus der Evangelischen bzw. Katholischen Kirche ausgetreten. Erstmals in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland gehören mehr Menschen keiner der beiden großen Konfessionen mehr an. Die Ursachen sind vielfältig und reichen vom Glaubensschwund bis hin zum Umgang mit sexuellem Missbrauch.  Auswirkungen, die bis in die kleinste Gemeinde vor Ort spürbar sind. Evangelische und Katholische Gemeinden wollen daher verstärkt zusammenarbeiten. So haben sich die Presbyterien der Evangelischen Kirchengemeinden Soonblick und Rheinböllen-Dichtelbach sowie die Räte der katholischen Pfarreiengemeinschaft Rheinböllen zu einer gemeinsamen Sitzung im Benjamin-Kossuth-Haus in Ellern getroffen.

    „Evangelische und Katholische Kirche müssen ihre Kräfte bündeln, damit wir in der Gesellschaft überhaupt noch wahrgenommen werden“, erläuterte der katholische Pfarrer Thomas Schneider die Beweggründe. Pfarrer Wolfgang Jöst fügt hinzu: „Wir Hauptamtlichen arbeiten schon lange sehr freundschaftlich und gut zusammen, man begegnet sich auf Augenhöhe. Diese Zusammenarbeit wollen wir weiter intensivieren.“

    In gemischt konfessionellen Gruppen wurde zusammengetragen, wo Evangelische und Katholische Kirche vor Ort schon zusammenarbeiten. So finden viele ökumenische Gottesdienste an besonderen Orten statt, wie zum Beispiel am Räzebore (Maria Reizenborn in Riesweiler) oder auf dem Schönenberg bei Riegenroth. Aber auch zu örtlichen Festen wie der Kirmes in Dichtelbach oder Argenthal finden gemeinsame gottesdienstliche Angebote statt, genauso wie Schulgottesdienste. Frauen beider Konfessionen organisieren gemeinsame Weltgebetstage und auch in der Jugendarbeit beim „Chilling-Room“ (Jugendgottesdienst) arbeiten Katholiken und Evangelische Christen vor Ort bereits zusammen: „Auch die katholische Sternsingeraktion könnte ohne die Unterstützung der Evangelischen Kirche vor Ort nicht in der Größenordnung organisiert werden“, machte der Pfarreienratsvorsitzende Markus Koch aus Rayerschied deutlich.  Ebenso werden Kirchen gerne für Gottesdienste der anderen Konfession zur Verfügung gestellt. In Dichtelbach können Katholiken für Trauergottesdienste die evangelische Kirche nutzen. Bei der Renovierung ihrer Kirche konnte die evangelische Gemeinde in Riesweiler in die katholische Kapelle ausweichen: „Das schöne daran war, dass so auch viele Katholiken unseren Gottesdienst besucht haben und wir in großer Gemeinschaft zusammen feiern konnten“, erinnerte sich Pfarrer Benjamin Engers von der evangelischen Kirchengemeinde Soonblick gerne an diese Zeit. Aber auch ökumenische Friedensgebete haben an den unterschiedlichsten Orten der Region stattgefunden.

    In einer zweiten Runde diskutierte man, wie man die ökumenische Zusammenarbeit weiter intensivieren kann. Noch mehr gemeinsame Gottesdienste und auch die gemeinsame Abendmahlsgemeinschaft wurden gefordert. Zunächst will man sich noch mehr gegenseitig zu Veranstaltungen einladen. Vorstellen können sich die Teilnehmer auch eine verstärkte Zusammenarbeit in der Kinder- und Jugendarbeit, sowie den Aufbau eines ökumenischen Chores. Gebäude sollen noch mehr gemeinsam genutzt werden um eine bessere Auslastung zu erzielen oder es sollen im Winter dort Gottesdienste gefeiert werden, wo es am kostengünstigsten ist, auch wenn es die Kirche der anderen Konfession ist. Auch auf gesellschaftliche Entwicklungen will man reagieren. In Rheinböllen entsteht zurzeit ein großes Neubaugebiet. Die neuen Anwohner dort will man besuchen um mit Ihnen ins Gespräch zu kommen, ein gemeinsames ökumenisches Abendlob ist dort ebenfalls geplant. Bei Dorffesten will man ein gemeinsames gottesdienstliches Angebot machen um damit Glauben und Leben vor Ort zu verbinden

    Einig waren sich die Rats- und Presbyteriums Mitglieder, dass man sich zu weiteren Sitzungen treffen will: „Eine Tür in der Mauer ist gebrochen und steht jetzt auf. Wir wollen nicht, dass sie wieder fest verschlossen und zugemauert wird“, fasst ein Teilnehmer den Willen zur verstärkten Zusammenarbeit am Schluss der gemeinsamen Sitzung zusammen.